Leuchtende Nachtwolken über der Sternwarte Michelbach


Am 13. 6. 2006 waren von 3.30h bis 4.15h in Michelbach sehr auffällig helle "Leuchtende Nachtwolken" (NLC) zu beobachten.
Dieses Phänomen ist in unseren Breiten sehr selten so ausgeprägt zu beobachten.  Von Juni bis Juli können auch in Österreich bis unter dem 48 Breitengrad "Leuchtende Nachtwolken" beobachtet werden.  Die Wolken am 13. 6. waren über etwa 40° horizontal in etwa 15-20°  Höhe zu sehen. Einige wurden so hell, das noch bei weit fortgeschrittener Dämmerung um 4.15h  MESZ letzte Strukturen erkennbar waren.

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Im Sommer 1885 wurden die Leuchtenden Nachtwolken erstmals gesehen und beschrieben. Besonders Otto Jesse und Wilhelm Förster von der Berliner Sternwarte widmeten sich ihrer Erforschung. Schon damals überraschte die Wissenschaftler die Höhe dieser Wolken: Unglaubliche 83 km!

Zu beobachten sind die NLC´s auf der nördlichen Erdhemisphäre zwischen Mai und August und dann nur spät nach Sonnenuntergang, wenn unser Tagesgestirn sich 6 – 16 ° unter dem Horizont befindet. Es muss die Dämmerung schon sehr weit fortgeschritten sein, damit sich die dünnen Wolken, die noch von der Sonne bestrahlt werden müssen, vom dunklen Himmel abheben können (Sternenlicht durchdringt diese fast ungehindert). Normalerweise werden sie nur von Beobachtern zwischen 50° und 65° nördlicher bzw. südlicher Breite gesichtet. Stehen sie für südlichere Orte bei uns zu tief am Nordhorizont, so ist es nördlich von 65° in den Sommermonaten während der Nachtstunden zu hell, und die Wolken heben sich nicht mehr gegen den Himmel ab. Die Bestandteile der NLC´s sind Eiskristalle, die sich bei Temperaturen von bis zu  –150° C (!) aus dem in geringsten Mengen vorhandenen Wasserdampf an Kristallisationskeimen bilden. Der Entstehungsmechanismus der Wolken ist trotz intensiver Forschung bis heute nicht restlos geklärt. 
(Beschreibungen von Karl Kaiser) http://home.eduhi.at/member/nature/met/NLC/oest.NLC.htm


Die unten stehenden Aufnahmen wurden von Karl Beck mit einer Minolta Z1 fotografiert. Belichtungen  8-30 Sekunden.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Aufnahmen der gleichen NLC stammt von J.  Gruber, aufgenommen in Hofstetten

 

Verein Antares / Nö-Sternwarte