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Auf dem Foto zu sehen der Geschützturm Arenbergpark mit den runden, miteinander verbundenen Geschützstellungen.. |
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Bildquelle: Markus Schmitzberger (c) |
Heute wird der Gefechtsturm vom Museum für angewandte Kunst als Kunstdepot genutzt.
Flakturmpaar (Baldrian) Arenbergpark (Typ 2) - Der Leitturm
Beim Bautyp 2 der Leittürme gab es ebenfalls bauliche Änderungen im Vergleich mit den Leittürmen der ersten Baugeneration. So wurde, wie beim Gefechtsturm, auf Fensteröffnungen großteils verzichtet. Die Abmessungen betragen rund 39m x 23,5m, die Höhe beträgt 42m. Dieser Turm hatte ein Keller-, ein Erdgeschoß und dann 8 Stockwerke, auf einem Teil des 8. Stockwerkes befindet sich noch ein Zwischengeschoß mit kanpp 2m Stehhöhe. Ähnlich wie beim Gefechtsturm gab es mehrere unterschiedliche Stiegenhäuser sowie einen Aufzug.
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Auf dem Foto zu sehen der Leitturm im Arenbergpark. Deutlich erkennbar ist die schmälere Bauweise der Leittürme gegenüber den Geschütztürmen. Interessant zu betrachten ist auch die untere Plattform mit zusätzlichen "Schwalbennestern" in der Mittte auf der Breitseite des Turms. In den hohen Aufbauten oberhalb der unteren Platfform konnte theoretisch das große Radargerät (Würzburgriese) in einen Schacht versenkt werden. |
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Bildquelle: Markus Schmitzberger (c) |
Im Erdgeschoß waren die Zugänge für die Zivilbevölkerung und das Bedienungspersonal. Im 1. Stock war eine Verbandstelle eingerichtet. Die Stockwerke 2, 4, 5 und 6 dienten der Bevölkerung als Luftschutzräume. Im 3. Stockwerk befanden sich die Belüftungsanlagen. Rund um das 7. Stockwerk läuft die untere Plattform, die mit 8 leichten Flak bestückt war. Im 8. Stockwerk befanden sich technische Einrichtungen zur Auswertung und Weiterleitung der Messwerte.
Auf der obersten Plattform befanden sich die Feuerleitmessgeräte sowie Platz für einen Kran.
Heute steht der Leitturm im Arenbergpark leer.
Flakturmpaar Stiftskaserne/Esterhazypark (Typ 3) - Der Gefechtsturm
Baubeginn der Gefechtsturmes war der Herbst 1943, dieser Turm in der Stiftskaserne wurde im Juli 1944 fertiggestellt. Die Bewaffnung bestand aus 4 Stück 12,8cm Zwillingsflak.
Die Bauhöhe beträgt 45m, der Turm beherbergt neben einem Rohrkeller und dem Erdgeschoß 9 Obergeschoße. Gleich wie beim Turm im Augarten hat dieser in der Mitte ein Hauptstiegenhaus. Anders als bei den Gefechtstürmen der vorherigen Bautypen war die Bauform 16-eckig. Die Außenwände haben eine Mauerstärke von rund 2,5m, das Dach eine Stärke von 3,5m.
Die Munitionskammern befinden sich bei dieser Bautype nicht mehr im Erdgeschoß sondern im obersten Stockwerk, der Weitertransport zu den Geschützständen erfolgte mittels Aufzügen.
Die Geschützstellungen auf der obersten Plattform waren so eng nebeneinander gebaut, daß die einzelnen Stellungen nun mit eigenen Panzerkuppeln vor Splittern und dem Mündungsfeuer der anderen Stellungen geschützt waren.
Heute wird der Gefechtsturm in der Stiftskaserne vom Österreichischen Bundesheer genutzt.
Flakturmpaar Stiftskaserne/Esterhazypark (Typ 3) - Der Leitturm
Hier unterscheidet sich wiederum die Bauweise von den vorherigen Bautypen 1 und 2. Der Turm erscheint schlanker, ist rechteckig und hat auf der unteren Plattform an jeder Ecke einen offenen Geschützstand für die leichte Flak.
Die Abmessungen betragen rund 31m x 15m, die Bauhöhe rund 47m. Die Mauerstärke beträgt rund 2,5m, das Dach ist rund 3,5m stark. Neben einem Rohrkeller und dem Erdgeschoß hat dieser Turm 10 Stockwerke. Im Erdgeschoß befindet sich die Zugänge für die Zivilbevölkerung und auf der gegenüberliegenden Seite der Zugang für das Bedienungspersonal. In den Stockwerken 1, 2 und 3 befanden sich die Luftschutzräume.
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Auf dem Foto zu sehen der Feuerleitturm im Esterhazypark, der zum Gefechtsturm Stiftskaserne gehört. Wiederum sehr gut erkennbar die viereckige Bauform im Gegensatz zum rundlichen Gefechtsturm. Weit ausragende Schwalbennester sitzen an jeder Ecke der unteren Plattform. Bei dieser Turmgeneration wurde auf den Einbau von vielen Fenstern im Gegensatz zur Turmgeneration Typ 1 verzichtet. |
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Bildquelle: Markus Schmitzberger (c) |
Ein Aufzug führt neben einem Stiegenaufgang bis zum 9 Stockwerk, um das die untere Plattform läuft. Auf der obersten Plattform wiederum standen die Messgeräte.
Heute wird der Leitturm vom Haus des Meeres genutzt.
Flakturmpaar (Peter) Augarten (Typ 3) - Der Gefechtsturm
Baubeginn der Gefechtsturmes war der Sommer 1944, die Fertigstellung fand im Jänner 1945 statt.
Der Gefechtsturm im Augarten ist der höchste Flakturm mit einer Höhe von 55m, beherbergt 12 Stockwerke, wobei das 12. Stockwerk ein niedriges Zwischengeschoß darstellt. Im Erdgeschoß befinden sich 4 Zugänge. Der Turm hatte in der Mitte ein Hauptstiegenhaus, Aufzüge waren ebenfalls geplant, wurden aber nicht mehr eingebaut.
Wie beim Turm in der Stiftskaserne befinden sich die Munitionskammern wiederum im obersten Stockwerk. Mit Aufzügen wurde die Munition dann zu den Geschützständen transportiert.
Bei der umlaufenden Plattform rund um das 11. Stockwerk waren unterhalb der ausragenden runden Stände für die leichte Flak Betonstützen angebracht, die eine schnelle Anbringung von Reparaturgerüsten bei Beschädigung der runden Stände ermöglichen sollten. Diese Betonstützen finden wir nur bei diesem Gefechtsturm.
Auch hier waren die Geschützstellungen auf der obersten Plattform so eng nebeneinander gebaut, daß die einzelnen Stellungen nun mit eigenen Panzerkuppeln vor Splittern und dem Mündungsfeuer der anderen Stellungen geschützt waren.
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Auf dem Foto zu sehen eine Frontansicht des Turmes heute. Auf der obersten Plattform kann man die Absenknische für den Kran sehen. Weniger gut am Bild sichtbar die Beschädigungen durch innere Sprengungen (Beschädigung der unteren Plattform und ein Riß in der obersten Stockwerkwand. |
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Bildquelle: Markus Schmitzberger (c) |
Wie beim Gefechtstürmen in der Stiftskaserne war die Bauform 16-eckig. Die Außenwände haben eine Mauerstärke von rund 2,5m, das Dach eine Stärke von 3,5m.
Heute steht der Turm leer, ist innen jedoch durch Sprengungen schwer beschädigt.
Flakturmpaar (Peter) Augarten (Typ 3) - Der Leitturm
Wie bereits beim Leitturm des Flakturmpaares Stiftskaserne/Esterhazypark unterscheidet sich wiederum die Bauweise von den vorherigen Bautypen 1 und 2. Der Turm erscheint schlanker, ist rechteckig und hat auf der unteren Plattform an jeder Ecke einen offenen Geschützstand für die leichte Flak.
Die Abmessungen betragen wie beim Turm im Esterhazypark rund 31m x 15m, die Bauhöhe aber rund 51m, die Stärke der Außenwand beträgt run 2,5m, die des Daches 3,5m.
Im Erdgeschoß befindet sich neben den Zugängen eine große Einfahrt. Neben dem Rohrkeller und dem Erdgeschoß hat dieser Turm 11 Stockwerke. In den unteren Stockwerken waren wiederum Luftschutzräume eingerichtet. Dieser Turm hat jedoch auf einer Seite 8 Fensteröffnungen (ca. 1m x 2m).
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Auf dem Foto sehr gut zu sehen die Betonstützen für Reparaturzwecke unterhalb der unteren Plattform. Weiters einmalig bei diesem Turm auch die Abstützungen der 4 Schwalbenester mit Dreiecks-Betonträgern. Die Fensteröffnungen sind rund 1m x 2m groß und beginnen in rund 12m Höhe. |
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Bildquelle: Eigenaufnahme Bertram 1990 (c) |
Rund um das 11. Stockwerk läuft wieder die untere Plattform für die leichte Flak, gleich wie beim Gefechtsturm im Augarten sind unterhalb der Geschützstände Betonstützen angebracht. Diese fehlen beim Leitturm im Esterhazypark. Weiters sind diese ausragenden Geschützstände auf der unteren Plattform von unten her mit Betonpfeilern abgestützt.
Auf der obersten Plattform befanden sich wiederum die Messgeräte.
Heute steht der Turm leer.
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Auf dem Foto zu sehen der Feuerleitturm Augarten von der anderen Seite. Wiederum gut erkennbar die Reparaturstützen und die Abstützungen der Schwalbennester. Sowohl der Feuerleitturm als auch der Geschützturm Augarten sind die höchsten Flaktürme in Wien. Noch zu erkennen, jedoch schon sehr verwaschen, der ehemalige Tarnanstrich des Feuerleitturmes. Heute sind alle Eingänge zugemauert und der Turm steht leer. |
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Bildquelle: Eigenaufnahme Bertram 1990 (c) |
Vermeintlicher Flakturm Floridsdorf
Im 21. Wiener Gemeindebezirk befindet sich ein Bunker, dessen Geschichte noch weitgehend unbekannt ist. Nur wenige Wiener wissen von der Existenz dieses 7. Flakturmes.
Die Form erinnert auf den ersten Blick an die Bauart der Geschütztürme Augarten und Stiftskaserne - aber eben nur auf den ersten Blick. Markantester Unterschied ist, daß dieser Turm nicht vollendet wurde. Auch sein Grundriß ist acht- und nicht sechzehneckig. Geht man von den anderen beiden G-Türmen aus, so hat der Bau erst etwa ein Drittel der geplanten Höhe erreicht. Von einem zugehörigen Leitturm fehlt überhaupt jede Spur. Es könnte also durchaus sein, daß es sich um einen reinen Luftschutzbunker handelte, also ohne Bewaffnung.
Betrachtet man jedoch die erreichte Bauhöhe dieses Bunkers kann man aufgrund der unterhalb dieser baukante sehr knapp angesetzten Fenster/Entlüftungsöffnung (um untersten Bild an der Oberkante des Turms gut zu sehen) davon ausgegangen werden, daß der Bau nicht vollendet ist; die oberste Geschoßdecke wäre viel zu dünn und einem Angriff aus der Luft sicherlich nicht gewachsen.
Weiters ist von den sichtbaren Aufgängen zu der heute obersten Decke davon auzugehen, das dies normale Treppenhäuser waren. Die oberste Ebene diese Bunkers wäre viel zu ungeschützt.
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Auf dem Foto zu sehen der vermeintliche Flakturm in Floridsdorf. Gut zu erkennen, einer der großen gedeckten Eingänge als Vorbau an den Turmecken. Beachtenswert sind die relativ dünnen Wandstärken von 1,5m im Gegensatz zu den anderen Türmen mit rund 2,5m und die dicke Betondecke oberhalb der geschützten Eingänge. |
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Bildquelle: Eigenaufnahme Bertram 1999 (c) |
Die Mauern des Bunkers sind mit 1,5 Metern Wandstärke dünner als die Vergleichsobjekte - das Vorhandensein eines Schachtes in der Mitte des Turmes läßt aber an einen Aufzugsschacht denken, was wieder stark für die Theorie eines weiteren Geschützturmes spricht (ursprünglich war ja ein Turm in Floridsdorf geplant, was aber auf Hitlers Wunsch geändert wurde).
Weitere Hinweise zu dieser Anlage sind sehr willkommen!
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Auf dem Foto zu sehen die ungewöhnliche 8-eckige Bauform. Sollte es sich um einen Flakturm bzw. den angefangenen Bau eines Flakturmes handeln, ist aufgrund der baulichen starken Veränderungen von einer neuen Bautype auszugehen. Eigenartig erscheint jedoch der Einbau der vielen Fensteröffnungen, auf die ja bei den Bautypen 2 und 3 weitgehend verzichtet wurde. Die große Fensteröffnung erinnert an die Öffnungen auf de einen Seite des Feuerleitturmes Augarten. |
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Bildquelle: Eigenaufnahme Bertram 1999 (c) |
Bildnachweise
Die abgebildeten Fotos wurden zur genauen Dokumentation der Wiener Flaktürme herangezogen.
Die Bildquellen sind jeweils ausführlich angegeben und somit nachvollziehbar und weiters auch Eigenaufnahmen.
Autor
Geschrieben von Bertram (c) 1999, einige Textteile (vor allem Floridsdorf) wurden aus dem ersten Bericht über die Wiener Flaktürme von Markus Schmitzberger übernommen.
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Literaturheinweise - weiterführende Literatur
Sehr gute, detaillierte Literatur, zum Teil mit Vergleichen zu ähnlichen Bauten in Deutschland, finden Sie hier: