Markersdorf - Luftwaffenstützpunkt

 

 

Östlich von St.Pölten macht die Westautobahn noch heute einen riesigen Bogen um eine Ebene! Was die Planer dazu veranlasst hat ein riesiges Plateau mühevoll zu umfahren, ist seit 60 Jahren Geschichte.

 


Foto: www.461st.org
Luftangriff auf Markersdorf am 23. August 1944. Erkennbar sind das Flugfeld mit vielen Gebäuden, die Pielach und am unteren Bildrand die Bautrasse der Westautobahn.

 

Schon kurz nach den Deutschen Einmarsch wurde im Frühsommer von Reichsluftfahrtsminister Hermann Göring der Spatenstich zu einer gigantomanischen Anlage vorgenommen. Folgende Gebäude wurden errichtet:

  • 5 Hangars
  • 1 Speisesaal
  • 1 Lazarett
  • 2 Heizhäuser
  • 12 Kompaniegebäude
  • 1 Verwaltungstrakt
  • 3 Haupteingänge
  • 1 Telefonzentrale
  • 1 Offizierskasino
  • 1 Trinkwasserzisterne
  • 1 Fallschirmspringer Übungsgelände
  • 1 Kläranlage
  • mehrere Munitionsbunker
  • KFZ – Garagen
  • 1 Gefangenenlager
  • 1 Flugzeugwerft

Dazu kamen noch die vielen kilometerlangen Rollbahnen und das riesige Flugfeld. Insgesamt waren hier etwa 2.500 Personen untergebracht. Vor allem Schulungs- und Reparaturaufgaben kamen dem Stützpunkt zu. So war hier zumindest eine Kampffliegerschule untergebracht, da auf die nahe Baustelle der Westautobahn oft Sturzflugangriffe durchgeführt wurden. Im Verlauf des Krieges landeten in Markersdorf praktisch alle deutschen Flugzeuggattungen – von Schulflugzeugen über die Ju 87 Stuka bis zu Me109 Jägern und Me 323 "Gigant" Großraumtransportern.

Mehr zu anderen Flugplätzen der Umgebung findet sich unter Bad Vöslau.

 

Die Wiener Neustädter Flugzeugwerke in Markersdorf

Aufgrund der massiven Bombenangriffe auf die WNF musste man große Teile der Me109 Produktion auslagern. Praktisch die gesamte Fertigmontage wurde auf den Fliegerhorst Markersdorf verlegt. Zu diesem Zweck wurden auf dem Flughafengelände folgende Einrichtungen gebaut:

  • 1 Schießstand (für die Boardkanonen der Me109 Jäger)
  • 1 Kompensierscheibe (zum Eichen der Me109 Kompaßanlagen)

Weiters wurden 4.500m² der Hangars von nun an als Fertigungshallen verwendet. In der WNF Fertigung waren 340 Personen beschäftigt.

Eine solch riesige Anlage blieb natürlich im 2.WK von der US Airforce nicht unbeachtet. Am 8.Juli 1944 begann eine lange Reihe schwerster Luftangriffe, die sich bis ins Frühjahr 1945 hinzogen, was nicht nur zur Zerstörung des Flughafens und der WNF Auslagerung, sondern auch zu schwersten Schäden im Ort Markersdorf selbst führte.

 

Nach den zahllosen Bombardierungen erfolgte am 15.April 1945 die Sprengung der verbliebenen Gebäude (am Vortag hatte die SS St. Pölten nach heftigsten Gefechten an die Rote Armee verloren).

 

Der Flughafen einst und jetzt

 

Die Hangars im Westen der Anlage. 1939...

...und heute

 

 

Wohngebäude für das Luftwaffenpersonal 1945...

...und 1998 (inzwischen komplett saniert)

 

 

Am Anfang...

...und am Ende

 

 

Rollbahn neben den ehemaligen Treibstoffbunkern

Einer der vielen zubetonierten Bombenkrater in den Rollbahnen

 

 

Die Reste der Kläranlage

Die Ruine der Schießstätte

 

 

 

Innenaufnahme der Trinkwasserzisterne

 

 

 

© 1999 Autor: Schmitzberger

 

 

 

 

 

 

 

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