Wiener Neudorf - Flugmotorenwerke Ostmark

 

Geschichte

In Wr. Neudorf (direkt an der Südautobahn) entstanden seit 1941 auf über 2,3km² Heideland die riesigen Flugmotorenwerke Ostmark (FMO). Das Werk war so überdimensioniert, daß es zu Organisationsschwierigkeiten beim Bau kam. Nach längeren streitigkeiten wurde der Bau schließlich der Steyr-Daimler-Puch AG übergeben. Errichtet wurden fünf riesige Produktionshallen und sechs große Motorenprüfstände. Auch hier war das Planungsbüro Fiebinger beteiligt. Albert Speer, der mit seinem Baustab ebenfalls am Bau beteiligt war, erwähnt die Errichtung der Anlagen übrigens in seinem Buch "Erinnerungen".

 

© 2000 Schmitzberger

 

Ende 1941 waren etwa 11.000 Personen am Bau beteiligt. Die Zahl ging aber schnell zurück, da die Arbeiter an andere Baustellen abgegeben werden mußten (z.B.: die Heinkelwerke Heidfeld). Ab 1942 lief eine Probefertigung an und 1943 waren 90% der Anlagen fertiggestellt. Im Jänner 1943 lief die Großserienproduktion an.

Im Verlauf des Krieges sollte die Produktion immer weiter gesteigert werden (auf 1.200 Motoren pro Monat), was aber durch interne Streitereien und immer gröbere Organisationsschwierigkeiten nie erreicht wurde. Um die vorgegebenen Produktionszahlen doch noch zu erreichen kamen KZ Häftlinge aus dem eigens errichteten KZ Wr. Neudorf zum Einsatz.

Die Alliierten führten mehrere schwere Bombenangiffe gegen das Werk, was zum Bau von riesigen Bunkern für die Motorenprüfstände führte. Die gesamte Produktion sollte schließlich nach Dubnica in der Tschechoslowakei ausgelagert werden (Deckname "Rochen"). Die wichtigsten Teile der Produktion wurden aber vorerst nach Schwechat und in den Flakturm Arenbergpark verlagert.

Das Werksgelände wurde im April 1945 von der Roten Armee überrannt. Die Sowjets beschlagnahmten die FMO und demontierten die Anlage praktisch vollständig.

 

(C) 2001 Schmitzberger
Foto: 2 Einmannbunker auf dem Gelände der "Flumo Ostmark"

 

(C) 2001 Schmitzberger
Foto: Das IZ Niederösterreich-Süd heute (Gebiet der einstigen Barackenlager). Die letzten Reste der Flugmotorenwerke sind für Betriebsfremde nicht mehr zu sehen.

 

Zustand heute:

Praktisch völlig überbaut (heutiges "Industriezentrum Niederösterreich Süd" in der Nähe der SCS). Nur wenige Reste sind erhalten. Die Autobahnabfahrt Wr. Neudorf führt mitten über einige der einstigen Gebäude.

 

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M.S.

 

 

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